Das Projekt

Karlstraße Ansicht von oben

Der erste Bauabschnitt des Projekts „Neugestaltung Karlstraße“ tritt nach intensiven Planungen ab Sommer 2014 in die Realisierung.
Er reicht von der Besserer- bis zur Frauenstraße.

Im Zuge der Sanierung werden folgende Maßnahmen durchgeführt mit dem Ziel, die Karlstraße zu einer lebendigeren, schöneren und verkehrsärmeren Straße zu machen:

  • Die Zahl der Fahrspuren wird von derzeit vier auf zwei verringert. Dazwischen gibt es einen 2,50 Meter breiten Mehrzweckfahrstreifen aus Granitkleinpflaster, der von allen Verkehrsteilnehmern überfahren werden kann, ähnlich wie in der Frauenstraße.
  • Die Straße wird zu einer Allee umgestaltet. Auf beiden Seiten werden Säulenhainbuchen gepflanzt, die etwa acht Meter hoch werden. Die Bewässerung erfolgt dabei über ein teilautomatisches System.
  • An allen Knotenpunkten, den Fußgängerüberwegen und Bushaltestellen sind Leitelemente für sehbehinderte Menschen vorgesehen.
  • Die Zahl der öffentlichen Parkplätze entlang des ersten Bauabschnitts erhöht sich um 10 weitere Plätze.
  • Barrierefreiheit durch abgesenkte Bordsteine und taktile Leiteinrichtungen.
  • Die gesamte Karlstraße erhält einen Lärm mindernden Asphalt. Dieser kann den Lärm um bis zu drei Dezibel verringern.

Im Vorfeld müssen Kanäle und Schächte der Ver- und Entsorgungsbetriebe
saniert werden. Diese Arbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit der EBU, der FUG, der SWU und der Telekom bewerkstelligt.

Die gesamte Karlstraße erhält einen Lärm mindernden Asphalt. Dieser kann den Lärm um bis zu drei Dezibel verringern.

 

Karlstraße Ulm – Ein Stück Stadt ist zurück


Karlstraße Ulm - Ein Stück Stadt ist zurück

Historie

Historie

Historie

Die heutige Karlstraße hat historische Bedeutung in und um Ulm. Sie war lange Zeit Bestandteil des Militärstraßennetzes und war umgeben von militärischer Nutzung.

Bis zum Jahr 1864 trug die Karlstraße den Namen „Heerstraße“ und ist bis zum heutigen Tag eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen in Ost-West-Richtung.


Integration von Stadt- und Verkehrsplanung

Integration von Stadt- und Verkehrsplanung

Die Karlstraße ist das „Rückgrat“ der Mitte des 19. Jhd. entstandenen Ulmer Neustadt. Sowohl die typische Blockrandbebauung mit einer gründerzeitlichen Mischnutzung durch Wohnen und Kleingewerbe als auch Großgewerbe und die Hauptfeuerwache prägen das Umfeld der Karlstraße.

Hauptziel der Neugestaltung war aus stadtplanerischer Sicht, die Karlstraße der gestalterisch quartiersüblichen Nutzung unterzuordnen, die städtebauliche Situation deutlich aufzuwerten und die Trennwirkung der Verkehrsachse zu minimieren.


Planungsprozess

Planungsprozess

Der Planungsprozess wurde aus einem Bürger-Aktionsbündnis über Planungsstudien, Verkehrsgutachten, Entwurfs- und Ausführungsplanung bis zum heutigen Stand entwickelt. Besonderes Augenmerk war auf die benachbarten und parallel laufenden Baumaßnahmen zu legen.

Die vorhandenen zwei Fahrstreifen wurden auf einen Fahrstreifen und einen mittigen Mehrzweckstreifen reduziert. Im Zuge der Maßnahme wurden die Fernwärme-, Abwasser-, Gas- und Wasserleitungen erneuert/saniert.


Verkehr

Verkehr

Der realisierte westliche Abschnitt der Karlstraße weist eine Länge von ca. 600 m auf und reicht von der Besserer- bis zur Frauenstraße. Die verkehrliche Leistungsfähigkeit der Straße musste aufgrund der Netzfunktion erhalten bleiben.

Die Haltestellen des ÖPNV werden barrierefrei als KAPs ausgerüstet. Nach Fertigstellung der Maßnahme werden ca. 10 % Parkplätze mehr als früher verfügbar sein.


Berücksichtigung geänderter Mobilitätsanforderungen

Berücksichtigung geänderter Mobilitätsanforderungen

Die Parkstreifen und Gehwege erhalten einen durchgängigen Plattenbelag mit abgesenktem Bordstein, um ein barrierefreies Queren zu ermöglichen, taktile Leitelemente für sehbehinderte Personen sind vorgesehen.

Die Bushaltestellen werden niederflur- und behindertengerecht ausgebaut. Der eingesetzte Kassler Sonderbord ermöglicht ein bequemes Ein- und Aussteigen für Rollstuhlfahrer, Kinderwägen und Personen mit Gehbehinderungen.


Koordination

Koordination

Die Gesamtbaumaßnahme wird insgesamt mit vier einzelnen Bauherren umgesetzt: die Stadt Ulm verantwortet die Straßenbaumaßnahme, die einzelnen Leitungsträger jeweils ihre Ver- und Entsorgungsleitungen.

Die koordinierte Ausschreibung aller Bauherren war Voraussetzung dafür, dass die Beauftragung der Straßen- und Tiefbauarbeiten an eine Firma vergeben werden konnten. So wurden Schnittstellen zwischen mehreren Ausführenden vermieden und Synergien aus den gemeinschaftlichen Leitungsgräben gewonnen.


Öffentlichkeitsbeteiligung

Öffentlichkeitsbeteiligung

Das Projekt ist ein Paradebeispiel für gelungene Zusammenarbeit von Bürgerschaft und Stadt. Dabei konnten viele Aspekte umgesetzt werden:

Reduzierung des Verkehrs auf zwei Spuren, Nutzung des freiwerdenden Raums für verbreiterte Bürgersteige mit Anwohnerparkplätzen sowie Begrünung der Karlstraße durch Bäume auf beiden Straßenseiten.

Während der gesamten Planungs- und Realisierungszeit wurden die Anwohner über Flyer, Internet und Informationsveranstaltungen informiert.


Bauabwicklung

Bauabwicklung

Herausforderung war, die Bauarbeiten unter Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses in beide Richtungen, der Ver- und Entsorgung und der Sicherstellung der Zugänglichkeit der Anliegergrundstücke und vor allem der Feuerwehr und der Brauerei abzuwickeln.

Die Maßnahme mit ihren sechs Teilbauabschnitten wurde im September 2014 begonnen und wird Ende 2016 fertiggestellt werden.


Klimaschutz

Klimaschutz

Ein spezielles Betonverbundpflaster wird zur dauerhaften Luftschadstoffreduzierung eingesetzt.

Dabei setzt ein Katalysator in Verbindung mit der Sonnen-einstrahlung einen chemischen Prozess in Gang. In diesem Zuge werden schädliche Stickstoffoxide in unbedenkliche Bestandteile umgewandelt.

Dieser Prozess ist beliebig wiederholbar und der eingesetzte Belag kann somit nachhaltig die Schadstoffbelastung senken.


Lärmminderung

Lärmminderung

Sämtliche Forderungen des Lärmaktionsplans konnten umgesetzt werden:

Planung eines Flüsterasphalts, Verringerung der Schallemissionen durch Bündelung und Reduzierung von Fahrstreifen, deutliche Vergrößerung des Abstands der Bebauung zum Fahrbahnrand sowie Aufwertung des Straßenraums.

Durch den Einsatz des lärmmindernen Splittmastixasphalts
SMA LA wird eine deutlich wahrnehmbare Lärmreduzierung um ca. 3 db (A) erzielt.


Aufenthalts- und Umweltqualität

Aufenthalts- und Umweltqualität

Insgesamt werden beidseitig jeweils 26 Säulenhainbuchen (Carpinus betulus „Frans Fontaine“) in Baumquartieren als Allee mit Anfahrschutz gepflanzt.

Um die Anzahl der Bewässerungsstellen zu reduzieren, werden mehrere Baumquartiere jeweils teilautomatisch in ein Bewässerungssystem zusammengefasst.


Feuerwehrbevorrechtigung

Feuerwehrbevorrechtigung

Bereits während der Bauphase wurde eine Feuerwehrbevorrechtigung in das Ampelsystem integriert.

Dieses System ähnelt einer ÖPNV-Bevorrechtigung:
Per Funk wird automatisch die Information aus dem Feuerwehrfahrzeug an das jeweilige Steuergerät der Lichtsignalanlage gesendet.